«Marcello und Stefania»
Eine Fotoausstellung mit Originalszenen aus dem Film «Scheidung auf italienisch» in der GR Boutique in Rom.

«Baron Cefalù, öffnet Eure Augen! Eure Frau betrügt Euch unter dem Dach Eures ehrenwerten Hauses! Ein Freund». Auf dem Vintagefoto in Schwarzweiß sehen wir einen charmanten und schmachtenden Marcello Mastroianni – mit Schnurrbart und nach hinten gekämmtem Haar –, der wohlgefällig den gefälschten anonymen Brief betrachtet, der gerade zugestellt wurde. Er ist bis über beide Ohren in seine Cousine, die junge Angela (die wundervolle Stefania Sandrelli), verliebt und er sucht nach einem Vorwand, um als Betrogener dazustehen und so seine Frau Rosalia töten zu können. Denn in den 60er Jahren war Scheidung nach italienischem Recht verboten, doch der Ehrenmord stand vor allem in Sizilien an der Tagesordnung und wurde nur gering bestraft.

Zu Ehren des Meisterwerks von Pietro Germi und der Hauptstadt des Kinos, Rom, fördert Giovanni Raspini eine Ausstellung mit Originalfotos aus dem Film Scheidung auf Italienisch in seiner Boutique in Via Margutta 2, anlässlich des sechsten Jahrestages des exklusiven Markengeschäfts in der berühmten Künstlerstraße, nur einen Katzensprung vom Haus von Federico Fellini entfernt. Die Ausstellung ist von 20. bis 30. Mai geöffnet.

Die Fotos stammen aus der Privatsammlung von Giovanni Raspini, der seit jeher eine Leidenschaft für den italienischen Film hegt. Die Fotos wurden am Set des Films 1961 von Divo Cavicchioli geschossen, einem berühmten Fotografen, der an den Sets von Regisseuren wie Pasolini, Scola, Ferreri, Montaldo, Pontecorvo und natürlich Germi zugange war. Cavicchioli war vielseitig und kreativ und hat in den 30 Jahren seiner Karriere Dutzende italienische Filme dokumentiert und sein Talent in den Dienst des Autorenfilms gestellt. Man darf nicht vergessen, dass Scheidung auf Italienisch die Rückständigkeit der italienischen Gesetzgebung zu jener Zeit und die untergeordnete Rolle der Frau missbilligt: Hinter den komödiantischen und satirischen Zügen verbirgt sich ein mutiger und angriffslustiger Sarkasmus, der Germi dazu verhalf, den Oskar für das beste Originaldrehbuch zu gewinnen.

«Ich freute mich wie ein kleines Kind», erzählt Giovanni Raspini «als ich die Fotos bei einem Trödler ausgrub. Ich habe Scheidung auf Italienisch mehrmals gesehen und jedes Mal war ich vom Talent von Germi, Marcello und Stefania sowie den großartigen Nebendarstellern begeistert. Es erfordert herausragendes filmisches Talent, um das vom Licht geblendete Sizilien, das intime Familienleben im Hause des Barons oder das Geschwätz beim sonntäglichen Spaziergang so getreu nachzustellen. Die Fotos vom Filmdreh in schwarzweiß mit Bildunterschriften wurden in einem alten Koffer aufbewahrt. Ich habe sie ohne darüber nachzudenken gekauft, denn für mich waren sie so schön, dass ich sie unbedingt jemand anderem, nein, der ganzen Welt, zeigen musste».